Dillkreisjäger bliesen zur 76. Jahreshauptversammlung

Dillkreisjäger bliesen zur Jahreshauptversammlung

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Am 24. Juni 2022 konnte nach der hindernisreichen Zeit durch die Pandemie endlich wieder eine planmäßige Jahreshauptversammlung einberufen werden.

Dr. Rudolf Schönhofen, der 1. Vorsitzende, kam nach der formalen Einleitung rasch zu den prägnanten Ereignissen des abgelaufenen Jahres.Der Landesjägertag 2021 in Herborn musste ebenso wie der Hessentag in Haiger und auch die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen unseres Vereins wegen der Pandemie ersatzlos ausfallen. [

Einen Rückblick auf das Vereinsleben der vergangenen 75 Jahre stellte der Vorstand mit viel Aufwand und großer Leidenschaft, in der an alle Mitglieder versandten Vereinschronik dar. Herausragend und maßgeblich für Herstellung war der Einsatz von Steffen Bender. Steffen erarbeitete die Druckvorlage mit großer Präzision und vor allem Geduld und kann nicht ausreichend hoch geschätzt werden.

Seinen Dank richtete der Vorsitzende auch an die ausgeschiedenen Mitglieder des Vorstandes nach den Neuwahlen in 2021, Steffen Bender, Rolf Melchert und Karl-Heinz Vossen.

Viele Themen unserer mittlerweile alltäglichen Vorstandsarbeit incl.  Geschäftsstellenaktivität werden nicht von allen Mitgliedern des Vereins der Dillkreisjäger entsprechend wahrgenommen.

Wer aktuelle Informationen über Aktivitäten des Vorstandes und des LJV Hessens wünscht, kann sich für den Newsletter „Infobrief Dillkreisjäger“ anmelden. Dazu bitte eine E-Mail an: michael.kampmann@dillkreisjaeger.com.

Mittlerweile hat sich das „Online-Sitzungs-Verfahren“ für den geschäftsführenden Vorstand etabliert. Damit findet ein regelmäßiger Austausch noch häufiger statt und es lassen sich viele Kilometer und Zeit einsparen.

Jagdsteuer

Die Jahre des Protestes gegen die vom Lahn-Dill-Kreis erhobene Jagdsteuer zeigten erste Erfolge. Erstmals kam es zu einer Senkung des Steuersatzes von 20% auf 10% des Jagdwertes. Ein Erfolg für unsere hartnäckigen Bemühungen.

Das Waldsymposium 28./29. August 2021 „B 90/Die Grünen“ 

„Klimastabiler Zukunftswald“ 

Zwei Exkursionen führten die Teilnehmer in die Reviere Uckersdorf und Fleisbach, wo Themen um die massiven Schäden durch Borkenkäfer, Trockenheit und Wildverbiß durch vermeintlich zu hohe Wilddichten, Störungen des Wildes im Zusammenhang mit anhaltendem Freizeitdruck ausführlich mit den Mitgliedern der „B 90/Die Grünen“, Waldeigentümern, HessenForst und Naturschutzverbänden diskutiert wurden.

An der Podiumsdiskussion nahm Michael Kampmann für die Dillkreisjäger teil, um auf das komplexe Thema “Wild und Wald” hinzuweisen und die maßlose Erhöhung der Abschusszahlen als Allheilmittel gegen Reh- und Rotwild sehr kritisch zu hinterfragen.

In der Folge waren weitere Treffen der Interessengruppen geplant an den die Dillkreisjäger durch den Vorstand vertreten waren.

Landesjägertag 2021

„Staatsehrenpreis kommt nach Herborn“

Von der Delegiertenversammlung 2021 in Alsfeld ist insbesondere die Verleihung des Staatsehrenpreises an den Natur- und Vogelschutzverein Merkenbach mit Übergabe an den Vorsitzenden Wolfgang Haus zu erwähnen.

 Hubertusstammtisch 03. November 2021

Die Nachsuchenführer Helge Haubach, Martin Koslowski, Manfred Schäfer und Roland Sölch berichten von ihren Erfahrungen mit Nachsuchen auf Wild nach der Einführung von bleifreien Geschossen und der Anwendung von modernen Nachtsichttechniken.

 Biketrails im alten Dillkreis

Ein Thema, das viele Jäger und Jägerinnen im Einzugsbereich unseres Vereines derzeit beschäftigt. Der Verein „Region Lahn-Dill-Bergland“ unternimmt seit geraumer Zeit Anstrengungen die Attraktivität aus Sicht des Tourismus in unserer Region erheblich zu steigern.

Die Projektvorstellung dieser Tourismusinitiative erreichte den Vorstand der Dillkreisjäger mit der Aufforderung zur Abgabe einer Stellungnahme. Bei genauerer Betrachtung des Sachverhaltes im Rahmen einer Vorstandssitzung ergaben sich zahlreiche Unstimmigkeiten, die sich mehr als fachlich falsch und z.T. irreführend erwiesen. Unsere daraus erarbeitete Stellungnahme legten wir der Bürgermeisterin, den Ortsbeiräten sowie dem Naturschutzbeirat des Lahn-Dill-Kreises und dem Regierungspräsidium in Gießen vor, mit dem Hinweis auf das Bundesnaturschutzgesetz, wonach diese Planungen Eingriffe in die Natur darstellen, für die naturschutzrechtliche Genehmigungsverfahren vorgeschrieben sind.

Umweltausschuss und Ortsbeiräte äußerten danach große Bedenken, was zu einer neuen Bearbeitung der Anträge führen musste. Die Ergebnisse bleiben abzuwarten.

 Rotwildbejagung bei Drückjagden

Zum Ende des Jahres gingen mehrere Meldungen über Vorkommnisse bei einer Drückjagd im Einzugsbereich des Forstamtes Herborn bei der Geschäftsstelle ein, mit der Bitte „sich der Sache anzunehmen und Stellung zu beziehen“.

Was war geschehen?

Anlässlich einer Drückjagd kamen mehrere Alttiere zur Strecke jedoch nur ein einziges Kalb, was zu der Annahme führte, dass möglicherweise auch führende Stücke bei dieser Jagd erlegt wurden.

Der Vorstand holte zwei gutachtliche Stellungnahmen von wissenschaftlichen, wildbiologischen Institutionen ein. Sowohl die Deutsche Wildtier Stiftung als auch das Büro für Wildbiologie Bayern kamen zu dem Ergebnis: Es liegen objektive Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat nach dem Tierschutzgesetz vor.

Der Vorstand hat daraufhin beschlossen, die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft Limburg zur Prüfung möglicher Rechtsverstöße vorzulegen. Die Staatsanwaltschaft hat zwischenzeitlich ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Der Vorstand möchte unbedingt hervorheben, dass für ihn nicht die Bestrafung von Tatverantwortlichen im Vordergrund steht, sondern dass mit der erbetenen Überprüfung eine amtliche Bewertung möglicher Begehung von Straftaten bei Freigabe und Bejagung einzeln anwechselnder Alttiere auf herbstlichen Drückjagden erreicht werden soll.

Erster Schritt: Anregung an die  UJB und KJB mit der Forderung des körperlichen Nachweiss erlegter Alttiere mit am Stück belassenem Gesäuge.

Ebenfalls erging ein Schreiben mit diesem Anliegen an Frau Priska Hinz und Prof. Ellenberger mit der Aufforderung, praxistaugliche Bejagungsgrundsätze für Alttiere bei Bewegungsjagden unter Beachtung der jagd- und tierschutzrechtlichen Bestimmungen zu entwickeln und umzusetzen.

Abschusspläne 2022-24

Vor Beginn des neuen Jagdjahrs 2022 waren der dreijährige Abschußplan für das Rehwild und der jährliche Abschußplan für das Rotwild zu erstellen. Die forstlichen Gutachten zur Bewertung von Verbiss- und Schälschäden als Grundlage der Abschussplanung erhielt der Vorstand der Dillkreisjäger von mehreren Mitgliedern mit dem Hinweis auf Ungereimtheiten und um Stellungnahme.

Der Vorstand beschäftigte sich daraufhin exemplarisch mit zwei forstlichen Gutachten des Forstamts Herborn für den Bereich der Rotwild-Hegegemeinschaft und der Hegegemeinschaft Obere Dill und prüfte sie inhaltlich. Die Gutachten waren mängelbehaftet und insgesamt unzureichend, so dass sie für die Abschussfestsetzungen nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage dienen konnten. Die Stellungnahme des Vorstandes liegen der UJB und Kreisjagdbeirat LDK zur Kenntnis vor.

Der Vorstand regte an, den auf der Kenntnis der jeweiligen örtlichen Revierverhältnisse beruhenden Vorschlägen der Hegegemeinschaften Dill-Bergland und Obere Dill sowie der übrigen Hegegemeinschaften bei der Festsetzung der Abschusspläne zu folgen.

Vorausschau 2022/23

In der Zukunft sieht sich der Vorstand mit neuen und alten Herausforderungen konfrontiert, denen wir uns in Verantwortung für Dillkreisjägerinnen und Dillkreisjäger stellen.

Im Wald-Wild Konflikt stellen wir fest: Die Wertigkeit der forstlichen Gutachten ist zweifelhaft und muss dringend verbessert werden.Die veralteten Lebensraumgutachten müssen dringend aktualisiert werden und die veränderte Situation, insbesondere auch einen erhöhten Freizeitdruck in unseren Wäldern, berücksichtigen. Ständig höhere Abschusszahlen sind nachgewiesenermaßen nicht das Allheilmittel, um Schäden im Wald zu reduzieren. Eine drohende genetische Verarmung kann nicht das Ziel eines verantwortungsbewussten Umganges mit den uns anvertrauten Wildbeständen sein. Auch die Schalenwildarten haben eine Daseinsberechtigung im Sinne von Wald mit Wild.

Nicht zuletzt besteht weiterhin die gesetzliche Verpflichtung zum Erhalt artenreicher und gesunder Wildbestände.

Afrikanische Schweinepest ASP

Vielfältige andere Themen haben die drohende Gefahr durch die ASP in den Hintergrund gedrängt. Dennoch – die Gefahr ist aktuell und die Fallmeldungen rücken näher. Als Sachkundige werden unser Wissen und unsere Erfahrung auch zukünftig gefragt sein. Wir werden uns entsprechend in die Diskussion und das Management einbringen.

Der Wolf in Hessen

Der Wolf ist in Hessen angekommen Der jährliche Zuwachs von ca. 30%, lässt auf einen Bestand von ca. 4000 Individuen in Deutschland schließen. Diese Entwicklung setzt eine intensive Auseinandersetzung mit dieser Tierart voraus. Davon sind nicht nur die hessischen Jäger betroffen. Bisher sahen Behörden und Umweltverbände keine Notwendigkeit eines Wolfsmanagements mit aller Konsequenz. Dies wird in Zukunft jedoch unausweichlich sein.

Wir werden als Vorstand für unsere Mitglieder, aber auch als Fürsprecher unserer wildlebenden Tiere Verantwortung zeigen.

Entlastung des Vorstandes

Auf den Bericht des Schatzmeisters, der Kassenprüfer und der Abstimmung zur Entlastung des Vorstandes waren zahlreiche Ehrungen für die langjährige Mitgliedschaft bei den Dillkreisjägern und als Mitglieder der Bläsergruppe Westerwald zu vorzunehmen.

Ehrungen

Infolge der Pandemie waren die Ehrungen aus den Jahren 2020, 2021 und 2022 in diesem Jahr aufzuholen.

                

Wegen ihrer Verdienste um den Verein wurden zwei Mitglieder besonders geehrt.

Mit der silbernen Verdienstnadel des Vereins der Jäger des Dillkreises wurde Christoph Wenzel für sein Engagement bei Jagdhundeausbildung geehrt. Seine Leistungen gehen weit über die bloße Anwesenheit hinaus und umfassen die ständige Unterstützung des Vorbereitungslehrganges für die Brauchbarkeitsprüfung sowie die Leitung der Stöberhund-Gruppe der Dillkreisjäger bis 2021, die er aktuell als Stellvertreter leitet.

 

Die Vereinsnadel in Gold erhielt Martin Simon.

Martin Simon erhält die goldene Verdienstnadel für sein breit gefächertes Engagement seit 1987, in der er folgende Tätigkeiten ausübte:

  • 1987 bis 2006 Vorsitzender Hegegemeinschaft Schelderwald
  • 1988 bis 1992 stellv. Beiratsmitglied Oberen Jagdbehörde Gießen
  • 2000 bis 2016 Vorsitzender Verein der Jäger des Dillkreises e.V.
  • 2001 bis 2016 Vorstandsmitglied Naturlandstiftung Lahn-Dill-Kreis
  • 2003 bis 2020 stellv. Vorsitzender Jagdbeirat Lahn-Dill-Kreis
  • 2008 bis 2017 Beisitzer Jagdgenossenschaft Dillenburg
  • derzeit Rehwildsachkundiger Hegegemeinschaft Schelderwald

16 aktive Jahre Vorsitzender des Vereins der Jäger des Dillkreises

Martin Simon erhielt zahlreiche Ehrungen

LJV Bronze, Silber

DJV Bronze, Silber

Ehrenbriefes des Landes Hessen

Für sein vielfältiges Wirken für den Verein der Jäger des Dillkreises und das Jagdwesen danken ihm die Dillkreisjäger und ehren ihn mit der Goldenen Verdienstnadel des Vereins!

Bläser-Gruppe Westerwald

Jochen Decher und Dr. Schönhofen überreichen den Bläsern einen symbolischen Scheck über einen Geldbetrag zur Unterstützung der Jagdhornbläser. Die Jagdhornbläser unterstützen die Vereinsarbeit mit zahlreichen Auftritten zu vielfältigen Anlässen. Jagdhornbläser sind ein unerlässliches Element aller Jagdvereine, deren Engagement nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Obleute

Alle Obleute waren bestimmungsgemäß unter großem persönlichem Einsatz tätig, die Aufgaben sehr vielfältig. Leider tritt ihre Tätigkeit in der Öffentlichkeit nur unscheinbar hervor. Aber ohne die Arbeit der Obleute wäre der Verein der Dillkreisjäger nicht das, was ihn heute auszeichnet. Die Obleute lenken die Geschicke in der Jungjägerausbildung, der Jagdhunde, des Schießwesens und in Sachen des Naturschutzes. Unter den Obleuten ist in diesem Jahr stellvertretend für alle Obleute Andreas Lehmann besonders zu erwähnen. Lehmann gründete innerhalb eines Jahres die Aktionsgruppe „Jungwildrettung“. Mittels Drohneneinsatz können jetzt Wiesen vor der Mahd auf abgelegte Rehkitze abgeflogen und so vor dem „Mähtod“ gerettet werden. Die Vorbereitungen von der Anschaffung der Ausrüstung, der Ausbildung und der Koordination der ersten Einsätze hat er mit großem persönlichem Einsatz geleistet. Hierfür gebührt ihm unsere besondere Anerkennung. Alle, die die ersten Einsätze miterlebten, sind begeistert von dieser neuen Technik.  Weitere Berichterstattung zu diesem Thema folgt.

 

Allen Lesern, die bis hierher gelangt sind, sei Dank für Ihre Aufmerksamkeit und für ihr Interesse an unserer Arbeit, von der hier nur ein Auszug vorgestellt werden kann.